„Ramadan statt Ostern“? Über Verschwörungstheorien in Zeiten von Corona

Ostern durften wird unsere Familien nicht besuchen, aber pünktlich zum Beginn des Ramadan werden in Deutschland die Ausgangsbeschränkungen gelockert! Und jetzt startet auch noch die NETZWERKSTATT ihr sogenanntes „Logbuch“ ausgerechnet zu Beginn des muslimischen Fastenmonats! Da ist doch was faul!

Zumindest der erste Satz, der in den letzten Wochen so auch an unterschiedlichen Stellen des Internets zu lesen war, deutet darauf hin, dass die Corona-Pandemie eine Steilvorlage für neue und alte Verschwörungstheorien aller Art gelegt hat. Verschwörungstheorien bieten einfache Wahrheiten für komplizierte Vorgänge in der Welt. Daher ist es auch nichts Neues, dass sie besonders häufig in Krisenzeiten oder bei tiefgreifenden Veränderungen auftreten.

Sicher, die Masse an Informationen, die gegenwärtig während der Corona-Krise auf uns einstürmt, stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar. Der Wunsch, „die Wahrheit“ über Corona zu erfahren, kann zu Überforderung führen oder eben zur Flucht in simplifizierende Weltbilder und Deutungsmuster. Sich Zeit zu nehmen, Informationen zu sortieren und einzuordnen, ist darum umso wichtiger.

Wir in der NETZWERKSTATT beschäftigen uns in unserer Arbeit immer wieder mit den Ursachen und der Wirkung von Fake News und Verschwörungstheorien. Besonders die Auseinandersetzung mit Antisemitismus stellt dabei einen Schwerpunkt dar (dazu wird hier bald ein eigner Beitrag folgen). Aber auch privat begegnen wir derzeit Menschen, die – teilweise schwer von der Corona-Krise getroffen – Erleichterung und Entlastung in kruden Theorien suchen.

Allen, die ähnliche Erfahrungen in ihrem Umfeld machen, möchten wir hier zwei nützliche Links mit auf den Weg geben.

Und was ist nun mit den Muslimen?

Wie das chinesische Neujahr, das jüdische Pessach und das christliche Ostern, ist auch der muslimische Ramadan normalerweise eine festliche Zeit, die man zusammen mit Familie und Freunden verbringen möchte. Die nicht nur in Deutschland geltenden Einschränkungen des alltäglichen Lebens führen nun dazu, dass Muslime die kommenden Wochen der Fastenzeit anders erleben werden.

Ramadan karim!

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