Wir haben geredet…

Der Saal des Zittauer Volkshauses war gut gefüllt, ungefähr 80 Gäste waren der Einladung der Arbeitsgemeinschaft Dialog der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Zittau gefolgt. „Was macht Corona mit uns? Lasst uns reden!“ – lautete die Überschrift des Abends. Die unterschiedlichen Erwartungshaltungen der einzelnen Anwesenden waren deutlich spürbar. Ein Dialog, unter „uns“ sollte es werden – unter der Zittauer Stadtgesellschaft – analog, vor Ort, ohne digitale Meinungsplattformen. Kann das gut gehen? Was kommt dabei raus? Wie geht es weiter? All diese Fragen hatten wohl alle Menschen im Publikum im Hinterkopf.

Und ja, es kann gut gehen. Im ersten Teil des Abends tauschten sich Kleingruppen zu verschiedenen Fragen und Erfahrungen bezogen auf die Erlebnisse in der Lockdown-Zeit aus. Spannend zu beobachten, wie sich Menschen anfangs noch recht zögerlich näherten, aber dann durchaus selbstbewusst ihre eigene Sicht auf die letzten Wochen dem „fremden Gegenüber“ mitteilten. Der Zufall wollte es, dass sich so unterschiedliche, aber auch ganz ähnliche Erfahrungen und Meinungen begegneten. Eine Horizonterweiterung, für alle die es zuließen. Ideen, Fragen, Kritikpunkte wurden gemeinsam gesammelt und auf Pinnwänden festgehalten.

Der zweite Teil des Abends gestaltete die Diskussion offener. Vier Teilnehmende saßen in einem Podium und kamen über Mikrofone gemeinsam ins Gespräch und tauschten sich zur Frage „Was lernen wir aus der Krise im Umgang miteinander“ aus. Die Redezeit war begrenzt, und die Besetzung der Gesprächsrunde änderte sich dynamisch. So hatte jede*r Anwesende die Möglichkeit, einen Platz im Podium zu bekommen. Hier wurde deutlich, dass durchaus unterschiedlichen Grundverständnisse von Demokratie und gemeinsamen Werten aufeinander prallten.

Nach gut 2 Stunden fand der Abend ein offizielles Ende. Viele Gespräche wurden anschließend fortgeführt – beendet sind sie noch lange nicht. Ja, wir müssen auch weiterhin miteinander sprechen, gegenseitig zu hören und andere Meinungen aushalten. Dieser Abend war ein erster Anfang – ein Weg der weiter beschritten werden muss, inwieweit er erfolgreich sein kann, liegt auch an uns selbst.

Ein Dankeschön an die organisierende AG Dialog – die zum großen Teil ehrenamtlich Tätigen haben für einen würdigen Gesprächsrahmen gesorgt, eine entspannende und gesetzte Atmosphäre – und das Volkshaus wurde seinem Namen gerecht.

PW

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