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8. Mai 1945/2022 – Radtour zu historischen Orten der Befreiung

Sonntag? Sonne? Rauf aufs Rad! Anlässlich des 77. Jahrestages der Befreiung am 8. Mai 1945 hat die Netzwerkstatt ein neues Format für sich ausgetestet. In gemütlicher Runde unternahmen wir bei sonnigem Wetter eine Fahrradtour in und um Zittau. Die Teilnehmenden lernten Orte kennen, die im Kontext des Endes des Zweiten Weltkrieges bedeutsam waren, und erhielten dazu Einblick in deren Geschichte.

Beginnend auf dem Zittauer Marktplatz, führte uns die Tour zunächst zur Zittauer Feuerwehr. Hier gab es neben weiteren Informationen historischen Input zur Situation Zittaus am Tag der Kapitulation des Deutschen Reichs. Anschließend radelten wir zum Jüdischen Friedhof, wo die Teilnehmenden mehr über die Jüdische Gemeinde Zittau sowie den Friedhof erfuhren. Anschließend war etwas Zeit, den Friedhof eigenständig zu begehen. Wir legten einen Strauß Blumen in Gedenken der Opfer der Shoah vor dem 1948 errichteten Gedenkstein ab.

Für unseren nächsten Halt überquerten wir die deutsch-polnische Grenze. Auf dem katholischen Friedhof in Sieniawka liegt das Grab von Ben Zeev Schneider. Er überlebte die Befreiung am 8. Mai 1945 nur um wenige Tage und Folgen der Lagerhaft und der Zwangsarbeit in den Zittwerken zum Opfer. Sein Sohn begrub ihn auf dem katholischen Friedhof nach jüdischem Brauch. Unsere nächste Station war das Gelände der ehemaligen „Zittwerke“. Am Gedenkstein vor dem Gelände erfuhren die Teilnehmenden mehr über die Geschichte der ehemalige Produktionsstätte der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG. Die Produktion von Kriegsgütern stütze sich maßgeblich auf Zwangsarbeiter*innen. Auch am Grab von Ben Zeev Schneider und vor dem Gedenkstein vor dem Gelände der ehemaligen Zittwerke legten wir Blumen nieder.

Der letzte Halt unserer Tour lag am Dreiländerpunkt. Dort sprachen wir über die Bedeutung der Grenzen sowie ihre Veränderung in den vergangenen 100 Jahren. Mit einem gemeinsamen Picknick auf tschechischer Seite verbrachten wir unsere erholsame Mittagspause. Zum Abschluss der Tour hieß es noch einmal: rauf aufs Bike. Entlang der Neiße fuhren wir flussaufwärts, querten den Fluss und radelten auf deutscher Seite flussabwärts zur Friedensbrücke und dann zum Zittauer Marktplatz, wo unsere Tour nach guten vier Stunden endete.

TS

Unser Halt am ehemaligen Gelände der Zittwerke.
Der Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof Zittau.

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