{"id":2396,"date":"2023-09-25T09:09:27","date_gmt":"2023-09-25T07:09:27","guid":{"rendered":"http:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/?p=2396"},"modified":"2023-09-25T09:09:27","modified_gmt":"2023-09-25T07:09:27","slug":"so-war-die-demokratiekonferenz-mitdenken-fuer-die-demokratie-der-pfd-zittau-am-30-august-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/so-war-die-demokratiekonferenz-mitdenken-fuer-die-demokratie-der-pfd-zittau-am-30-august-2023\/","title":{"rendered":"So war die Demokratiekonferenz \u201eMitdenken f\u00fcr die Demokratie\u201c der PfD Zittau am 30. August 2023"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit 2019 f\u00f6rdert die Partnerschaft f\u00fcr Demokratie der Stadt Zittau Projekte f\u00fcr Demokratie, f\u00fcr Vielfalt und gegen Extremismus. Gemeinsam mit dem federf\u00fchrenden Amt und dem Begleitausschuss unterst\u00fctzt euch die Koordinierungs- und Fachstelle bei Fragen rund um euer Engagement in der Stadt und den Ortsteilen. Damit wir nah an euren Bedarfen, Erfahrungen und eurem Feedback dran sind, organisieren wir einmal im Jahr eine Demokratiekonferenz. Hier geht es um eure Sicht auf die Situation vor Ort, in euren Projekten aber auch gesellschaftlich und politisch. Die Ergebnisse dieser Veranstaltungen sollen aber nicht in Schubladen verschwinden. Sie sollen uns dabei helfen, die Ziele der PfD bei Bedarf nach zu justieren, Ressourcen zusammen zu bringen und Netzwerke zu kn\u00fcpfen.<br>Dieses Jahr fand die Demokratiekonferenz unter der \u00dcberschrift \u201eMitdenken f\u00fcr die Demokratie\u201c am 30. August im Gemeindesaal der Kirchgemeinde St. Johannis statt. Vorbereitend trafen sich im Juni die Mitglieder des Begleitausschusses der PfD und Projekttr\u00e4ger sowie Engagierte der Zivilgesellschaft zu einem Strategietreffen, um sich dar\u00fcber auszutauschen, was die Demokratie vor Ort aktuell gef\u00e4hrdet. Aus dieser Veranstaltung gingen thematische Schwerpunkte hervor, die in der Demokratiekonferenz vertiefend in Arbeitsgruppen besprochen werden sollten: kommunalpolitische Beteiligung, Demokratiebildung, Sensibilisierung f\u00fcr Diskriminierung, Selbstwirksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ute Wunderlich, die zweite Stellvertreterin des Oberb\u00fcrgermeisters, Thomas Zenker, verlas zu Beginn der Demokratiekonferenz dessen Gru\u00dfwort und die darin enthaltene Warnung vor den Rufen nach dem Ende der Parlamentarischen Demokratie.<\/p>\n\n\n\n<p>Anne Kn\u00fcvener von der Fach- und Koordinierungsstelle der PfD kn\u00fcpfte an und schilderte die im Strategietreffen herausgearbeiteten Gefahren der Demokratie in Zittau. Genannt wurden die Passivit\u00e4t einer schweigenden Mehrheit, lauter werdende \u00c4u\u00dferungen von Ideologien der Ungleichwertigkeit, fehlende oder erschwert zug\u00e4ngliche Ressourcen f\u00fcr Akteur*innen der Demokratiearbeit. Anne Kn\u00fcvener informierte au\u00dferdem zur Lage vor Ort aus PfD-Sicht. Markante Leerstellen in Bezug auf Zielgruppen (Senior*innen, Sport) oder Projektinhalte (Zittauer Ortsteile, Diskriminierungssensible Projektthemen) sprach sie ebenso an wie die H\u00fcrden der Integrationsarbeit vor Ort, den Stand zur im Aufbau befindlichen Jugendbeteiligung und Schilderungen, wonach die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Schulen zunehmend durch ein gestiegenes Gewaltpotenzial erschwert wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Dorothea Schneider und Marie Wobst, die Sprecherinnen der Demokratie AG der Landkreise G\u00f6rlitz und Bautzen erg\u00e4nzten die Situationsanalyse. Sie stellten die Ergebnisse aus den Befragungen der in der AG vertretenen 14 Tr\u00e4ger vor. In der Zusammenfassung lassen sich Gefahren f\u00fcr die Demokratie vor Ort auf zwei Ebenen identifizieren: Zum einen wird die Arbeit der Tr\u00e4ger durch finanzielle K\u00fcrzungen, einen hohen Verwaltungsaufwand und eine von parlamentarischen Mehrheiten abh\u00e4ngige und unsichere, weil nicht kontinuierliche, Arbeit beeintr\u00e4chtigt. Zum anderen sind vermehrt Bedrohungen durch rechtsextreme Akteur*innen gegen Veranstalter*innen und Besucher*innen von f\u00fcr demokratische Werte einstehende Veranstaltungen zu verzeichnen. Rechtsextreme schlie\u00dfen Leerstellen von Freizeitangeboten f\u00fcr Jugendliche und wirken so auf die Radikalisierung von jungen Menschen ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Raj Kollmorgen von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Sozialwissenschaften der Hochschule Zittau\/G\u00f6rlitz pl\u00e4dierte anschlie\u00dfend daf\u00fcr, die Qualit\u00e4t der deutschen Demokratie im europ\u00e4ischen Kontext zu betrachten. Er warnte vor einem unrealistischen Demokratiebild und betonte, dass Demokratie auch mit Desinteresse umgehen m\u00fcsste und schlie\u00dflich das Abbild einer stark differenzierten Gesellschaft in sich trage.<br>Dem Thema der politischen Bildung in Schulen und au\u00dferhalb verlieh er im Kontext des PfD-Wirkungskreises besonders Bedeutung. Defizite in der politischen Bildung in Schulen m\u00fcssten vermehrt in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, in Sport- und Freizeiteinrichtungen aufgefangen werden. Hier sieht er einen konkreten Auftrag f\u00fcr die Partnerschaften f\u00fcr Demokratie. Die Kunst sei es, hier Demokratiearbeit ohne den politischen Zeigefinger zu machen.<br>Beim Thema Dialog k\u00f6nne er das Bed\u00fcrfnis nach gesch\u00fctzten R\u00e4umen sehr gut nachvollziehen, aber Demokratie lebt von Kommunikation und Offenheit. Dies gelte es immer auszubalancieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Um eine Pause herum, bei der die Teilnehmenden Zeit f\u00fcr einen individuellen Austausch hatten, fanden zwei Slots mit je zwei Arbeitsgruppen statt. <\/p>\n\n\n\n<p><del><br><\/del>In der <strong>AG Kommunalpolitische Beteiligung<\/strong> wurden Ablauf, Ziel und Ergebnisse bereits stattgefundener Beteiligungsprojekte besprochen, konkret das aktuell laufende Projekt \u201eTrialog\u201c und die im Fr\u00fchjahr stattgefundenen \u201eINSEK Beteiligungswerkst\u00e4tten\u201c. Im Ergebnis der Diskussion wurde besonders herausgestellt, dass der Umgang mit den Ergebnissen solcher Projekte nicht immer transparent und zur Nachhaltigkeit wenig bekannt sei. Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war, wie Teilnehmende f\u00fcr Beteiligungsprozesse gewonnen werden k\u00f6nnen. Hierzu wurden die M\u00f6glichkeiten der direkten Ansprache, des Losverfahrens und der Netzwerkarbeit besprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Begleitet von einer Mitarbeiterin der John-Dewey-Forschungsstelle f\u00fcr die Didaktik der Demokratie der TU Dresden besprach eine Gruppe in der <strong>AG Demokratiebildung<\/strong> Anforderungen und Ideen der au\u00dferschulischen Demokratiebildung. Aus dem Gespr\u00e4ch ergab sich ein Spektrum an Vorschl\u00e4gen: die Forderung nach mehr inklusiven Angeboten, das Stattfinden der demokratischen Bildungsarbeit im \u00f6ffentlichen Raum, die dauerhafte Einrichtung eines Zentrums f\u00fcr offene Fragen, Angebote f\u00fcr mehr Selbstwirksamkeitserfahrungen f\u00fcr Jugendliche, nachhaltige Angebote in Kooperation mit Schulen (\u00fcber kurze F\u00f6rderzeitr\u00e4ume hinweg).<\/p>\n\n\n\n<p>In der <strong>AG Selbstwirksamkeit <\/strong>besprach die Gruppe zun\u00e4chst die Bedeutung von Selbstwirksamkeitserfahrungen, um das Leben demokratischer Werte zu unterst\u00fctzen. Schnell fokussierte sich die Gruppe auf die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen. In diesem Kontext wurde herausgestellt, p\u00e4dagogisches Personal die Ressourcen haben und bereitstellen muss, um jungen Menschen Raum f\u00fcr eigene Projekte zu erm\u00f6glichen. Anstatt von Widerspruch sind Handlungsoptionen vorzubringen, die Kinder und Jugendlichen m\u00fcssen in ihren Vorhaben ernst genommen werden und positive Erlebnisse zur Motivation gefeiert werden, die Zielgruppe muss rechtzeitig in die Prozesse eingebunden werden. Den \u201eStempel\u201c der Demokratie braucht es bei solchen Projekten nicht vordergr\u00fcndig. Zielf\u00fchrend sind meist niederschwellige Projekte. Konkret k\u00f6nnen Projekte mit der peer-group Methode und Veranstaltungen f\u00fcr die Jugendlichen und deren Familien und P\u00e4dagog*innen die Inhalte nachhaltiger in eine gr\u00f6\u00dfere Zielgruppe transferieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor in der <strong>AG Sensibilisierung f\u00fcr Diskriminierung<\/strong> \u00fcber konkrete Projekte und Ideen gesprochen wurde, waren sich die Teilnehmenden schnell dar\u00fcber einig, dass Bedarfe von Betroffenen oft aus Unwissenheit heraus nicht erkannt werden. Hierf\u00fcr sind Weiterbildungen f\u00fcr Akteur*innen der Tr\u00e4ger und das Einbeziehen von Betroffenen bei der Projektplanung notwendig.<br>Norman Sa\u00df, der den inhaltlichen Impuls zur AG gab, betonte, dass man sich von der Komplexit\u00e4t eines inklusiven Projektes nicht abschrecken und in \u201eSchockstarre\u201c verfallen d\u00fcrfe. Jeder Schritt, jeder Anfang sei wichtig. Auf dieser Grundlage sprach die Gruppe dar\u00fcber, dass es ein gemeinsames Netzwerk und einen Ressourcen-Pool zum Thema braucht, damit Tr\u00e4ger nicht zu Einzelk\u00e4mpfern werden und Ressourcen geteilt werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem wurden konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Arbeit der PfD besprochen: ein ge\u00e4ndertes, vereinfachtes Antragsformular, ein inklusiv besetzter Begleitausschuss und die Initialkraft der PfD.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1200\" height=\"1599\" data-id=\"2399\" src=\"http:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2399\" srcset=\"https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1.jpg 1200w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1-165x220.jpg 165w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1-228x304.jpg 228w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1-518x690.jpg 518w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1-768x1023.jpg 768w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1-1153x1536.jpg 1153w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/1-113x150.jpg 113w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1200\" height=\"1599\" data-id=\"2400\" src=\"http:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2400\" srcset=\"https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2.jpg 1200w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2-165x220.jpg 165w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2-228x304.jpg 228w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2-518x690.jpg 518w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2-768x1023.jpg 768w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2-1153x1536.jpg 1153w, https:\/\/hillerschevilla.de\/netzwerkstatt-blog\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/2-113x150.jpg 113w\" sizes=\"(max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2019 f\u00f6rdert die Partnerschaft f\u00fcr Demokratie der Stadt Zittau Projekte f\u00fcr Demokratie, f\u00fcr Vielfalt und gegen Extremismus. 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