Digitalisierung des Archivs

Ich bin nun schon seit fast drei Monaten als FSJlerin in der Hillerschen Villa und das Coronavirus und der Lockdown machen sich nun endgültig auch hier bemerkbar. Alle Veranstaltungen die für diesen Monat geplant waren, mussten leider abgesagt werden. Meine jetzige Aufgabe ist es mich um die Digitalisierung unseres Archivs, mit allen bisher von uns zusammengetragenen Dokumenten über die jüdischen Familien aus Zittau, zu kümmern. Das heißt: ich scanne die Dokumente und trage sie dann in eine Excel-Tabelle ein. Das sind neben Fotos auch Briefe, Zeitungsartikel und -annoncen und vieles mehr. Unser Archiv soll dafür sorgen, dass die Geschichte der jüdischen ZittauerInnen nicht in Vergessenheit gerät, sondern weiterlebt und Menschen weiterbilden kann. Sowohl über ihre Vergangenheit, als auch die Vergangenheit ihrer Familie, Freunde, Partner*innen und Mitmenschen. Die Datenbank hilft uns dabei, die Dokumente immer geordnet und verschlagwortet zu haben. Durch die digitale Suchfunktion haben wir sie sofort griffbereit. Sie erleichtert uns also nicht nur die Arbeit, sondern dient auch als Suchmittel für Personen die zu uns kommen um zu einer Person oder Thema zu recherchieren.

Auch wenn ich noch nicht so lange in Zittau wohne, ist es trotzdem interessant Zeitungsannoncen und Briefe von vor hundert Jahren zu lesen und zu sehen wie sich die Familiengeschichten langsam aufbauen und vertiefen. Gerade das Schulzeugnis von Hans Gessler fand ich sehr spannend. Die Schulfächer sind im Gegensatz zu heute sehr unterschiedlich. Er war damals auf dem Christian-Weise-Gymnasium, welches damals eine höhere Handelsschule war. Dort lernte man noch Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftsgeographie, Handelskunde und -recht und vieles mehr. Außerdem wurden Beurteilungen zum körperlichen, geistigen und charakterlichen Streben für jeden Schüler geschrieben.

Zeugnis von Hans Gessler

Auch wenn sich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr durch Corona einiges verändert hat, bin ich nicht böse darüber, da sich dadurch andere Möglichkeiten zum Weiterbilden und Lernen ergaben und hoffentlich ergeben werden.

Anna H.

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