Wartungsarbeiten

Der Blog der Netzwerkstatt wird zurzeit überarbeitet. Im Reiter AKTUELL können Sie dennoch alle Beiträge einsehen. Schauen Sie sich gern dort um.

post image

Zittauer Stadtwichtel. Freude machen steckt an

Die Aktion Zittauer Stadtwichtel soll Menschen aus der Stadt dazu anregen, anderen eine Freude zu bereiten. Das kann geschehen, indem man dem Menschen ein kleines Geschenk macht, eine nette Botschaft übermittelt oder eine andere Aufmerksamkeit zukommen lässt. Die sogenannten Wichtelkarten sollen die Aktion in der Stadt verbeiten, indem jeder Wichtel seiner Aufmerksamkeit eine vorgedruckte oder selbst gebastelte Karte beilegt. Unter dem #ZittauerStadtwichtel kann jede:r Wichtel und Bewichtelte seine/ihre Freunde online teilen.

Die Wichtelkarten und ihre Ablagestellen in der Stadt sowie weitere Informationen findest du auf ag-dialog-zittau.org.

Die Zittauer Stadtwichtel sind eine Aktion der AG Dialog.

post image

Jüdische Gedenkwoche in Görlitz 2021

Die erste Jüdische Gedenkwoche in Görlitz ist gerade zu Ende gegangen. Vom 4. bis 9. November fanden zahlreiche Veranstaltungen rund um das jüdische Leben in Görlitz statt. Dabei wurde sowohl die Entwicklung und das Erbe der Vorkriegsgemeinde als auch die Geschichte ihrer Auslöschung in der Shoah in den Blick genommen. Besonders eindrücklich waren die Beiträge der Nachfahren ehemaliger Görlitzer jüdischer Familien, die für die Feierlichkeiten aus aller Welt nach Görlitz gereist waren.

Diese erzählten am Abend des 4. November in der Neuen Görlitzer Synagoge die Geschichten ihrer Familien. Offiziell wurden sie am Morgen des 5. November von der Stadt Görlitz und Vertreter:innen der Vereinigten Staaten von Amerika, die die Anwesenheit der Angehörigen finanziell ermöglicht hatten, empfangen. Zu dem Anlass durften sich die Angehörigen im Namen ihrer Familien auch in das Goldene Buch der Stadt Görlitz eintragen.
Im Laufe des Tages fanden die Verlegungen von 15 Stolpersteinen statt, von denen drei als erste überhaupt in der Schwesterstadt Zgorzelec installiert wurden.

Samstagmorgen, am 6. November, reiste die Gruppe mit einigen Gästen zum Martinshof nach Rothenburg. Auf dem Gelände erinnert heute ein Denkstein an den Ort, wo früher eine Baracke stand, in der 1941/42 internierte Jüdinnen und Juden aus Görlitz lebten.

Am Nachmittag und Abend zeigte das Camillo Kino den Film „Winterreise“, in dem der amerikanische Radiomoderator und Autor Martin Goldsmith die Geschichte seiner Eltern aufarbeitete, die wie viele der Angehörigen unserer Gäste aus Deutschland fliehen mussten und andernorts ein neues Leben begannen. Goldsmith war sogar selbst zu Gast und gab dem Publikum die Gelegenheit zum Gespräch.

Der 7. November stand ganz im Zeichen der Präsentation der Edition des Tagebuchs von Eva Goldberg, die von Lauren Leidermann erstellt und vom Hentrich&Hentrich Verlag herausgegeben wurde.
Am Abend des 8. November lud das IBZ St. Marienthal zu einem Vortrag und Gespräch über das Thema der Kindertransporte mit den Historiker:innen Bill Niven und Amy Williams sowie der Zweitzeugin Tamara Meyer. Mit den Kindertransporten wurden zwischen Ende 1938 und Herbst 1939 ca. 10.000 „jüdische“ Kinder nach Großbritannien verbracht.

Zum Abschluss der überaus ereignisreichen Woche fanden am 9. November die Veranstaltungen im Gedenken an die Reichspogromnacht von 1938 statt.

Das Team der Netzwerkstatt durfte auf vielen Ebenen mitwirken: Wir haben Angehörige empfangen und begleitet, waren auf den Podien der Veranstaltungen vertreten, haben beim Übersetzen geholfen, Veranstaltungen dokumentiert und bei Exkursionen für ein warmes Getränk gesorgt. Eine aufregende und intensive Woche liegt hinter uns. Erste Momente des Zurückschauens wollen wir gerne mit euch teilen, vor allem mit visuellen Eindrücken.

YV, FP, AKL, TS

post image

Unterwegs mit Jan Müller

Schon lang stehen wir mit Herrn Jan Müller aus Jirikov (CZ) in Verbindung. Müller, Jahrgang 1936, erlebte eine wechselvolle Geschichte – über welche wir in Zeitzeugengesprächen mit ihm im Austausch stehen – ein Filmdokument ist derzeit in Planung.

Seine Lebensgeschichte steht exemplarisch für viele Lebensläufe älterer Menschen in der Grenzregion Tschechien-Deutschland. Viele Biografien der Kriegs- und Nachkriegsgenerationen sind gekennzeichnet von Systemwechseln und grundlegenden Veränderungen, von Verlust und Neubegin, von wechselnden Perspektiven und äußeren Umständen. Bereits als Kind erlebte Jan Müller diese Brüche hautnah. 1936 als deutschsprechender Tschechoslowake geboren, wurde er 1938 in Folge des Münchner Abkommens sogenannter „Reichsdeutscher“ und zum Ende des zweiten Weltkrieges „staatenlos“. Nach 1946 wurden Jan Müller und seine Eltern tschechoslowakische Staatsbürger. Sein Vater war Webermeister und aufgrunddessen nicht vertrieben. Und so blieb Müller in seinem Heimatort und baute sich nach und nach eine Existenz auf.

Vor einigen Tagen war ich mit ihm in seiner Heimat, dem Schluckenauer Zipfel unterwegs. Mir bot sich eine beeindruckende Landschaft, mit vielen kleinen Orten, deren Erkundung sich sehr lohnt. Doch dieser Blick war nur der „Halbe“, denn die bewegte Geschichte der Region ist nur noch schwer erkennbar. Der Großteil der Bevölkerung der Region wurde vertrieben, eine Vielzahl von Häusern und öffentlichen Einrichtungen verwaisten und verschwanden Stück für Stück aus dem Landschaftsbild. Für Müller war es Freude und Anstrengung zugleich gemeinsam mit mir eine Fahrt durch seine Heimat durchzuführen. Wo ich nur grüne Wiesen sah, zeigten sich für ihn Orte und Plätze mit eindrücklicher und auch schmerzhafter Geschichte. Ein kleiner Teil davon, wurde nun für mich auch sichtbar.

Alte Ansicht auf Filipov und Jirikov (CZ)

post image

Unsichtbares sichtbar machen

„Die  Liebe  zwischen  Menschen  ist  unabhängig  vom  Geschlecht:  Es  sind gesellschaftliche  Zwänge  und  soziale  Dogmen,  die  aus  einem  Streben  nach einem  grundmenschlichen  Gefühl  etwas  Verwerfliches  und  Unmoralisches machen.“ – diese Worte stammen von der Leipziger Filmemacherin und Medienpädagogin Barbara Wallbraun. Sie war am 13. Oktober im Kunstbauerkino Großhennersdorf zu Gast und präsentierte ihren Film „Uferfrauen – lesbisches L(i)eben in der DDR“.

Seit 2013 arbeitete sie an diesem Film, recherchierte Kontakte, führte unzählige Gespräche, entwarf Drehbücher und suchte finanzielle Unterstützung für ihre Filmidee. Ein langer Weg – vor allem zeigten sich viele Filmförderungen skeptisch. „Wen solle den dieser Film interessieren? Welche Relevanz hat er? Wie sieht die Story aus?“ – Diesen und anderen Fragen musste sich Wallbraun wieder und wieder stellen. Doch sie verfolgte ihr Projekt beharrlich. Und konnte schlussendlich mit ihrem Team den Film fertigstellen.

Entstanden ist eine Dokumentation, die tiefer und weiter geht als es der Titel vermuten lässt. Wallbraun und ihre Protagonistinnen nehmen Sie mit auf eine emotionale Reise. Themen wie – erste Liebe, das Verhältnis zur eigenen Familie, das Aufwachsen in der Gesellschaft der DDR, Kontakte zur Staatssicherheit, die friedliche Revolution bis hin zu Alltagsbeobachtungen der ehemaligen DDR, machen diesen Film so vielschichtig und wertvoll.

Bei den vielen öffentlichen Filmvorführungen erfuhr Barbara Wallbraun eine starke Dankbarkeit und ernste Auseinandersetzung mit ihrem Film „Uferfrauen“. So auch im Kunstbauerkino Großhennersdorf. Wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse an dieser Veranstaltungen und laden alle anderen Nicht Kino-Besucher:innen ein, diese Dokumentation anzuschauen. Sie können versichert sein – dieser Film wird Sie berühren und Ihren Blick auf die Vergangenheit und Gegenwart erweitern.

Protagonistinnen „Uferfrauen“ – Foto: déjá-vu Film

Regisseurin Barabara Wallbraun Foto: déjá vu Film
post image

Historischen Orten auf der Spur…

Und wieder waren vierzehn Menschen aus unserer Region vergessenen Orten auf der Spur.  Beim viertägigen deutsch-tschechischen Begegnungsworkshop lernten sie regionale Geschichte kennen und schufen „nebenbei“ auch noch kleine Filmdokumentationen über diese „vergessenen Orte“. Ausgestattet mit alten Chronikaufzeichnungen, Fotos und Zeitzeugenberichten erinnerten sie sich an zwei markante Orte in der Umgebung von Großhennersdorf. Zum einen, die Batzenhütte, ehemaliges Waldarbeiter- und Gasthaus und zum anderem die Eulmühle. Die beiden Orte verbindet, das sie mit Ende des Zweiten Weltkrieges ihre ursprüngliche Bedeutung verloren haben.

Die entstandenen kurzen Filme über die Orte werden im Frühling 2022 in einer Wanderung der Öffentlichkeit präsentiert. Hierzu laden wir schon jetzt recht herzlich ein und informieren an dieser Stelle rechtzeitig.

Einen kleinen Einblick in vergangene Projekte von „Vergessene Orte“ erhalten Sie hier.